Riba Media betreibt mit Mr. Survey ein Umfrageportal, das zwar international ausgerichtet ist, für Schweizer Nutzer aber einige erhebliche Nachteile mitbringt. Das französische Unternehmen mit Sitz in Bordeaux konzentriert sich auf größere Märkte wie Frankreich, Deutschland und die Philippinen. Die Schweiz gehört nicht zu den Schwerpunktländern, was sich in der Praxis deutlich bemerkbar macht. Zwar steht die Plattform auch Schweizer Nutzern offen, doch die fehlende Anpassung an den lokalen Markt führt zu spürbaren Einschränkungen bei der Verfügbarkeit und Vergütung.
Das grundlegende Problem liegt in der internationalen Ausrichtung ohne lokale Optimierung. Während deutsche Nutzer von einem gut funktionierenden Umfrageangebot profitieren können, sieht die Situation für Schweizer anders aus. Die Anzahl der verfügbaren Studien ist deutlich geringer, weil Marktforschungsinstitute den Schweizer Markt seltener separat untersuchen. Hinzu kommt die Währungsproblematik. Mr. Survey zahlt ausschließlich über PayPal oder Tremendous aus, beides in USD oder EUR. Schweizer Nutzer müssen dadurch bei jeder Auszahlung Währungsverluste durch ungünstige Wechselkurse und PayPal-Gebühren in Kauf nehmen. Eine direkte Auszahlung in Schweizer Franken ist nicht möglich.
Die Registrierung funktioniert technisch problemlos und dauert nur wenige Minuten. Du benötigst eine E-Mail-Adresse und ein Passwort mit acht bis 20 Zeichen, das Buchstaben und Zahlen enthalten muss. Nach der Anmeldung erhältst du eine Bestätigungsmail, über die du dein Konto aktivierst. Die Plattform ist auf Deutsch verfügbar, was zumindest die Bedienung erleichtert. Allerdings zeigt sich schon beim Ausfüllen des Profils, dass die Plattform nicht für den Schweizer Markt konzipiert wurde. Viele Fragen beziehen sich auf standardisierte internationale Kategorien, die nicht immer optimal auf Schweizer Verhältnisse passen.
Umfrageverfügbarkeit in der Schweiz
Die Anzahl der verfügbaren Umfragen ist für Schweizer Nutzer spürbar geringer als für Nutzer aus Deutschland oder Österreich. Das liegt daran, dass viele Marktforschungsstudien gezielt für größere Märkte konzipiert werden. Die Schweiz mit ihren gut 8,7 Millionen Einwohnern ist für internationale Auftraggeber oft zu klein, um eigene Studien durchzuführen. Stattdessen werden Schweizer häufig in DACH-Studien mit einbezogen, was aber seltener vorkommt als eigenständige Studien für Deutschland.
In der Praxis bedeutet das, dass du längere Wartezeiten zwischen den Einladungen hast. Während deutsche Nutzer berichten, mehrere Umfragen pro Woche zu erhalten, können Schweizer Nutzer froh sein, wenn sie ein bis zwei Einladungen pro Woche bekommen. In ruhigeren Phasen kann es auch vorkommen, dass über mehrere Wochen keine passende Umfrage verfügbar ist. Das macht es deutlich schwieriger, die Mindestauszahlungsgrenze von 1.000 Punkten zu erreichen.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Screenout-Rate relativ hoch ist. Ein Screenout bedeutet, dass du nach den ersten Fragen aus einer Umfrage ausgeschlossen wirst, weil dein Profil nicht zur gesuchten Zielgruppe passt. Mr. Survey bietet zwar einen kleinen Trostbonus bei Screenouts, dieser fällt aber minimal aus und kompensiert die investierte Zeit nicht ansatzweise. Bei ohnehin schon geringer Umfrageverfügbarkeit sind häufige Screenouts besonders frustrierend, weil dadurch noch weniger verwertbare Umfragen übrig bleiben.
Vergütung und Währungsproblematik
Mr. Survey arbeitet mit einem internen Punktesystem. Für jede vollständig abgeschlossene Umfrage erhältst du Punkte, deren Höhe von der Länge und Komplexität der Studie abhängt. Die Punktzahlen werden dir vor dem Start angezeigt, sodass du abschätzen kannst, ob sich die Teilnahme lohnt. Das grundsätzliche Problem ist jedoch der fehlende offizielle Umrechnungskurs. Mr. Survey nennt in seinen Dokumenten keinen festen Kurs für die Umrechnung von Punkten in Geld.
Inoffizielle Schätzungen gehen von etwa zehn Dollar pro 1.000 Punkte aus, aber diese Angabe ist nirgends bestätigt. Das bedeutet, du sammelst Punkte, ohne genau zu wissen, wie viel diese später wert sein werden. Für Schweizer Nutzer wird die Situation noch undurchsichtiger, weil zusätzlich zur unklaren Punkteumrechnung noch die Währungsumrechnung hinzukommt. PayPal und Tremendous zahlen nicht in Schweizer Franken aus, sondern in USD oder EUR. Du musst also nicht nur die intransparente Punkteumrechnung akzeptieren, sondern zusätzlich die Wechselkursverluste durch die Währungskonvertierung in Kauf nehmen.
PayPal nutzt eigene Wechselkurse, die deutlich ungünstiger sind als der Devisenmittelkurs. Bei einer Auszahlung von zehn Dollar verlierst du durch den schlechten Wechselkurs und mögliche Gebühren schnell ein bis zwei Franken. Das klingt nach wenig, schmälert bei ohnehin niedrigen Verdiensten den Ertrag aber spürbar. Hinzu kommt, dass du bei jeder Auszahlung erneut mit diesen Verlusten konfrontiert wirst. Eine Umgehung dieser Problematik ist nicht möglich, solange Mr. Survey keine direkte CHF-Auszahlung anbietet.
Die Mindestauszahlungsgrenze liegt bei 1.000 Punkten. Das ist im internationalen Vergleich zwar niedrig, aufgrund der geringen Umfrageverfügbarkeit für Schweizer Nutzer dauert es dennoch lange, bis du diese Schwelle erreichst. Bei ein bis zwei Umfragen pro Woche und einer durchschnittlichen Vergütung im zweistelligen Punktebereich pro Umfrage können mehrere Monate vergehen, bis du erstmals auszahlen kannst. Die Wartezeit verschärft das Währungsproblem zusätzlich, weil sich Wechselkurse in dieser Zeit verändern können und du keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Konvertierung hast.
Auszahlungsmöglichkeiten ohne Schweizer Option
Mr. Survey bietet zwei Auszahlungswege an: PayPal und Geschenkgutscheine über Tremendous. Beide Optionen haben für Schweizer Nutzer deutliche Nachteile. Die PayPal-Auszahlung ist die direkteste Methode, aber wie bereits erwähnt, musst du dabei Währungsverluste hinnehmen. PayPal konvertiert dein Guthaben von USD oder EUR in CHF und nutzt dabei eigene Wechselkurse, die schlechter sind als der Marktkurs. Zusätzlich können je nach Transaktionsart weitere Gebühren anfallen.
Die Alternative sind Geschenkgutscheine über die Plattform Tremendous. Tremendous ist ein amerikanischer Reward-Anbieter, der eine breite Palette an Gutscheinen für verschiedene Händler anbietet. Das Problem für Schweizer Nutzer ist jedoch, dass die meisten verfügbaren Gutscheine für US-amerikanische oder internationale Händler sind, die in der Schweiz nicht oder nur eingeschränkt nutzbar sind. Amazon.com funktioniert beispielsweise nicht für Amazon.de oder Amazon.ch, sodass die Gutscheine nur begrenzt einsetzbar sind.
Schweizer Händler wie Migros, Coop oder Manor sind bei Tremendous nicht im Angebot. Auch typische Schweizer Geschenkgutscheine fehlen komplett. Du bist also darauf angewiesen, internationale Gutscheine zu wählen und diese für Online-Einkäufe zu nutzen, was die Flexibilität stark einschränkt. Viele Schweizer Nutzer bevorzugen lokale Gutscheine, weil sie diese im Alltag einfacher einsetzen können. Diese Option fehlt bei Mr. Survey komplett.
Die Auszahlung selbst erfolgt zwar schnell, meist innerhalb weniger Minuten bis maximal 15 Tage laut offizieller Angabe. Die Geschwindigkeit ist einer der wenigen positiven Aspekte des Panels. Dennoch nützt eine schnelle Auszahlung wenig, wenn der tatsächliche Wert durch Währungsumrechnung und fehlende lokale Gutscheinoptionen geschmälert wird. Für Schweizer Nutzer bleibt die Auszahlungssituation unbefriedigend und deutlich schlechter als bei Panels, die CHF-Auszahlungen oder Schweizer Gutscheine anbieten.
Plattform und Benutzerfreundlichkeit
Die Plattform selbst ist übersichtlich gestaltet und auf Deutsch verfügbar. Das Dashboard zeigt dir deine verfügbaren Umfragen, dein aktuelles Punktekonto und deine Einstellungen. Die Navigation funktioniert intuitiv, auch wenn die Oberfläche etwas veraltet wirkt. Eine mobile App gibt es nicht, du musst die Webseite über den mobilen Browser nutzen. Das funktioniert grundsätzlich, ist aber weniger komfortabel als eine native App.
Ein Problem ist die fehlende Transparenz beim Punktestand. Du siehst zwar, wie viele Punkte du gesammelt hast, aber die Umrechnung in tatsächliches Geld bleibt unklar. Das macht es schwierig, den Fortschritt realistisch einzuschätzen. Gerade für Schweizer Nutzer, die zusätzlich mit der Währungsumrechnung konfrontiert sind, wäre mehr Transparenz wünschenswert. Stattdessen bleibt die tatsächliche Vergütung bis zur Auszahlung im Unklaren.
Die Qualität der Umfragen selbst ist durchschnittlich. Die meisten Studien sind standardisiert und wenig abwechslungsreich. Viele Umfragen kommen von internationalen Marktforschungsinstituten und sind nicht speziell für den Schweizer Markt konzipiert. Das führt dazu, dass manche Fragen nicht optimal passen oder Schweizer Besonderheiten nicht berücksichtigt werden. Bei Fragen zu Produkten, Marken oder Dienstleistungen beziehen sich die Optionen oft auf den deutschen oder internationalen Markt, was für Schweizer Nutzer umständlich ist.
Support und Datenschutz
Der Support ist per E-Mail erreichbar. Eine Telefonnummer oder Live-Chat gibt es nicht. Die Reaktionszeiten variieren stark. Manche Nutzer berichten von schnellen Antworten, andere warten tagelang auf eine Rückmeldung. Auffällig ist, dass Mr. Survey auf Trustpilot nicht auf negative Bewertungen reagiert, was auf eine begrenzte Interaktion mit der Community hindeutet. Für Schweizer Nutzer mit spezifischen Fragen zur Währungsumrechnung oder zur Umfrageverfügbarkeit ist der Support oft wenig hilfreich, weil Standardantworten gegeben werden, die das Kernproblem nicht lösen.
Die Plattform verfügt über einen FAQ-Bereich, der grundlegende Fragen abdeckt. Allerdings fehlen spezifische Informationen für Schweizer Nutzer komplett. Fragen zur Währungsumrechnung, zu lokalen Gutscheinen oder zur Umfrageverfügbarkeit in der Schweiz werden nicht behandelt. Das verstärkt den Eindruck, dass der Schweizer Markt für Mr. Survey keine Priorität hat.
Zum Datenschutz lässt sich sagen, dass Mr. Survey die europäischen Standards einhält, da das Unternehmen in Frankreich sitzt und der DSGVO unterliegt. Deine Daten werden nach eigenen Angaben nicht an Dritte weitergegeben, sondern nur für Marktforschungszwecke genutzt. Allerdings behält sich die Plattform vor, bei Verdacht auf Betrug Identitäts- und Adressnachweise anzufordern. Das ist bei internationalen Panels üblich, wird aber von manchen Nutzern als übergriffig empfunden.
VPN-Verbot und Account-Risiken
Mr. Survey verbietet die Nutzung von VPN oder Proxy-Diensten strikt. Wer gegen diese Regel verstößt, riskiert eine permanente Sperrung des Accounts und verliert alle gesammelten Punkte ersatzlos. Diese Regelung ist problematisch für Nutzer, die aus beruflichen oder privaten Gründen regelmäßig mit VPN arbeiten. Gerade in der Schweiz, wo viele Menschen im Homeoffice arbeiten und VPN-Verbindungen zum Firmennetzwerk nutzen, kann das zum Problem werden.
Auch bei längerer Inaktivität droht der Verlust aller Punkte. Wenn dein Account länger als ein Jahr inaktiv ist, wird er suspendiert und alle Punkte verfallen. Bei der ohnehin geringen Umfrageverfügbarkeit für Schweizer Nutzer kann es passieren, dass du monatelang keine passende Umfrage erhältst und dadurch in die Gefahr der Inaktivität gerätst. Diese Regel wirkt wie eine zusätzliche Hürde, die gezielt verhindert, dass Nutzer ihre Punkte langfristig ansparen.
Die Kombination aus striktem VPN-Verbot, Inaktivitätsregeln und fehlender Transparenz beim Punktesystem schafft ein Umfeld, in dem Schweizer Nutzer mehrfach benachteiligt werden. Du musst nicht nur mit geringer Umfrageverfügbarkeit und Währungsverlusten leben, sondern auch darauf achten, keine der strengen Regeln zu verletzen, die zum Komplettverlust deiner gesammelten Punkte führen können.
Für wen eignet sich Mr. Survey in der Schweiz?
Mr. Survey ist für Schweizer Nutzer nur bedingt geeignet. Die internationale Ausrichtung ohne lokale Anpassung führt zu spürbaren Nachteilen, die sich im Alltag deutlich bemerkbar machen. Die fehlende CHF-Auszahlung zwingt dich zu Währungsverlusten bei jeder Auszahlung, die deutlich geringere Umfrageverfügbarkeit verlängert die Zeit bis zur Mindestauszahlung erheblich, und die Gutscheinoptionen sind für Schweizer Nutzer weitgehend unbrauchbar.
Wenn du in der Schweiz wohnst und nach einem verlässlichen Umfragepanel suchst, gibt es deutlich bessere Alternativen. Schweizer Panels wie EntscheiderClub, Meinungsplatz oder Marketagent bieten direkte CHF-Auszahlungen, häufigere Umfragen und Gutscheine von lokalen Händlern wie Migros oder Coop. Diese Panels sind gezielt auf den Schweizer Markt ausgerichtet und bieten daher eine bessere Nutzererfahrung.
Mr. Survey könnte höchstens als Ergänzung zu anderen Panels in Betracht kommen, wenn du bereits bei mehreren Schweizer Anbietern registriert bist und zusätzliche Verdienstmöglichkeiten suchst. Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass der Aufwand in keinem guten Verhältnis zum Ertrag steht. Die lange Wartezeit bis zur Mindestauszahlung, kombiniert mit den Währungsverlusten, macht Mr. Survey zu einer der unattraktiveren Optionen für Schweizer Nutzer.
Falls du dich dennoch für eine Registrierung entscheidest, solltest du folgende Punkte beachten: Nutze kein VPN, auch nicht versehentlich beim Homeoffice. Logge dich regelmäßig ein, auch wenn keine Umfragen verfügbar sind, um die Inaktivitätssperre zu vermeiden. Erwarte nicht, schnell die Mindestauszahlung zu erreichen, sondern plane mit mehreren Monaten Wartezeit. Und rechne bei der Auszahlung mit spürbaren Währungsverlusten, die deinen ohnehin niedrigen Verdienst zusätzlich schmälern.
Insgesamt ist Mr. Survey für Schweizer Nutzer eine wenig attraktive Option. Die strukturellen Nachteile durch die fehlende lokale Ausrichtung sind so gravierend, dass sie durch die wenigen Vorteile wie schnelle Auszahlung nicht aufgewogen werden. Wer in der Schweiz mit Umfragen Geld verdienen möchte, ist mit spezialisierten Schweizer Panels oder zumindest DACH-orientierten Anbietern deutlich besser beraten.